Das Engagement des Forums für wehrhafte Demokratie e.V. zielt auf die Anregung gesellschaftlicher Diskurse ab. Demokratien leben vom zivilisierten Austausch ihrer Bürger:innen und gegenseitiges Verständnis kann den gesellschaftlichen Zusammenhalt maßgeblich befördern.
Hybride Bedrohungen stellen eine zu bewältigende Herausforderung für eben diesen gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Funktionsfähigkeit demokratischer Staaten und ihre innere, sowie äußere Verteidigungsfähigkeit dar. Desinformationskampagnen und politischer Extremismus teilen in dieser Hinsicht häufig eine Gemeinsamkeit: sie nutzen keine faktenbasierte Argumentation.
In diesem Beitrag soll ein Überblick über die Veränderungen der transatlantischen Sicherheitslage gegeben werden, auf Grundlage dessen der faktenbasierte Diskurs, den das Forum für wehrhafte Demokratie initiieren möchte, gestärkt werden soll. In einer historischen Rückschau soll dargelegt und argumentiert werden, wie sich die North Atlantic Treaty Organization graduell und reagierend auf die sich verändernde Bedrohungslage des letzten Jahrzehnts angepasst hatte. Damit soll ein kleiner Beitrag gegen illusorische Behauptungen einer angeblichen “westlichen Strategie der Aggression” erbracht werden.
Startpunkt dieses Beitrages ist die Endphase des Kalten Krieges. Während der Blockkonfrontation zwischen West und Ost standen in den meisten Mitgliedsstaaten der NATO große Wehrpflichtarmeen mit immensen Arsenalen bereit, dem Versprechen des gegenseitigen Beistandes im Falle eines Angriffs auf einen Partner nachzukommen (Bove/Cavatorta 2011: 2; Rynning 2024: 40; von Bredow 2009: 234).
Nach dem Zerfall der Sowjetunion schien die zwischenstaatliche, konventionell oder atomar geführte Blockkonfrontation unrealistisch als mögliches kriegerisches Szenario für die NATO. Die Terrorangriffe vom 11. September 2001 führten zur verstärkten EInbindung von Truppen der NATO außerhalb des Bündnisgebietes. Diese ersten out-of-area- und out-of-defense-Einsätze der NATO im ehemaligen Jugoslawien, Somalia, Kambodscha in den 1990er Jahren waren zwar bewaffnet, aber hatten keinen Kampf-, sondern einen humanitären Hilfeleistungsauftrag. Die Einsätze einiger NATO-Länder in Afghanistan und im Irak, die in den USA unter dem Global War on Terror bekannt sind, waren im Umfang und Auftrag gänzlich unterschiedlich zur konventionellen Landes- und Bündnisverteidigung, die in Mittel- und Westeuropa während des Kalten Krieges in großen Manövern geübt wurde.
In Afghanistan und im Irak wurden Soldat:innen der NATO mit asymmetrischer Kriegsführung konfrontiert. Diese Einsätze wurden noch während der völkerrechtswidrigen Krim-Annexion 2014 und parallel zur wirtschaftlichen und militärischen Vorbereitung der Russischen Föderation, die Ukraine im Februar 2022 zu überfallen, fortgesetzt. Während die NATO also noch Einsätze führte, deren Mandate humanitäre Ziele, das peacekeeping oder statebuilding verfolgten, wurden durch die aggressive und imperiale Außenpolitik der Russischen Föderation die Weichen für die veränderte transatlantische Sicherheitslage gestellt, auf die die NATO reagieren musste.

Das beherrschende Thema des NATO-Gipfel in Wales 2014 war die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch „grüne Männchen“ (Geiger 2024: 20) ohne Hoheitszeichen, die die NATO vor eine Herausforderung stellte, die in dieser Tragweite selten in der Geschichte des Bündnisses vorkam, indem die territorialen Grenzen Europas durch eine neue Form der Kriegsführung infrage gestellt wurden (Shea 2014: 9; Arnold 2016: 74; Belkin 2016: 1). Das Bündnis musste mehrere bekannte und neu aufkommende Bedrohungen strategisch, militärisch und politisch beantworten. Zum einen musste die NATO weiterhin die im Nahen Osten und in Afrika verteilten out-of-area-Einsätze u.a. gegen Ableger des IS und hochspezialisierten, auf die einzelnen Mandate zugeschnittenen Kontingente führen (Shea 2014: 9, 12; Arnold 2016: 75). Und obwohl hybride Bedrohungen schon vor 2014 für die NATO bekannt waren, ist das Ausmaß und die Richtung der Desinformationskampagnen und Cyber-Angriffe in sozialen Medien, Einmischung in nationale Wahlen und die Ausnutzung wirtschaftlicher Abhängigkeiten stärker und eindeutiger geworden: die Russischen Föderation führt eine Kampagne gegen die NATO-Staaten, die durch die Natur des Repertoires schwerlich durch die NATO aufzudecken und einfach für Russland zu leugnen ist (Shea 2014: 9). Auf dem NATO-Gipfel in Wales 2014 wurde von den Alliierten vereinbart, dass die damals 28 Mitgliedsstaaten mindestens zwei Prozent ihres BIP für ihre nationale Verteidigung ausgeben würden und sie nahmen den NATO Readiness Action Plan (RAP) an (Zandee 2023: 20; Pkhaladze 2018: 3; Shea 2014: 10 f.; Arnold 2016: 74). Der NATO RAP sah vor, die Einsatz- und Verlegebereitschaft der NATO Streitkräfte insbesondere in Europa generell zu erhöhen, um im Bündnis- oder Spannungsfall kampfkräftig und schnell an die NATO-Ostflanke verlegen zu können, um dort den möglichen bedrängten Bündnispartnern bei der Landesverteidigung zu helfen (Arnold 2016: 75). Die sog. Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) wurde aufgestellt und sollte 5.000 Soldat:innen umfassen, 48 Stunden nach einem Marschbefehl bereits an die Ostflanke verlegt werden können, um der größeren NATO Response Force (NRF) (etwa 40.000 Soldat:innen) genügend Zeit zu verschaffen, ihr Personal und schweres Gerät an die potentiellen Brennpunkte der NATO-Ostflanke zu verlegen (Arnold 2016: 75-77, 79; NATO 2025). Das geopolitische, sowie das öffentliche Vertrauen in die Fähigkeiten und das militärische Verteidigungspotential der NATO musste durch die Zwei-Prozent-Zielmarke und durch die erhöhte Einsatzbereitschaft wiedergewonnen und glaubhaft vermittelt werden (Shea 2014: 12). Neben der Annahme des NATO RAP wurde weiterhin die Bereitschaft zum diplomatisch-politischen Dialog mit der Russischen Föderation signalisiert, eine unangebrachte oder gar unverhältnismäßige Provokation gegenüber Moskau wollte das Bündnis vermeiden – an der NATO-Russland-Grundakte von 1997, keine Truppen der NATO dauerhaft an der Ostflanke des Bündnisses zu stationieren, sollte festgehalten werden (Williams/Lunn 2024).

Auf dem Gipfel in Warschau 2016 beschlossen die Mitgliedsländer, in den baltischen Staaten und Polen jeweils ein multinationales Bataillon aufzustellen, während die defensive Natur des Bündnisses betont und die Gesprächsbereitschaft mit Moskau bekundet wurde (Gniadkowski 2016: 11 f.). Eine unterschiedliche Schwerpunktsetzung, wie die NATO auf die Krim-Annexion reagieren sollte, konnte zwischen den west- und osteuropäischen Partnerstaaten festgestellt werden (Belkin 2016: 1). Polen und die Baltischen Staaten wünschten eine stärkere und robustere militärische Präsenz des Bündnisses in ihren Staaten als bisher durch die VJTF und NRF bereitgestellt wurde, dem die westeuropäischen Staaten z.T. kritisch gegenüberstanden (Belkin 2016: 1). Der Gipfel in Warschau nannte die völkerrechtswidrige Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim als den entscheidenden Grund für die Schaffung der multinationalen Bataillone (etwa 1.000 Soldat:innen) der sog. Enhanced Forward Presence (eFP), deren Kontingente im Einklang mit der NATO-Russland-Akte von 1997 dauerhaft rotieren werden, sodass es vorerst zu keiner dauerhaften Stationierung kommen würde (Gniadkowski 2016: 12; Belkin 2016: 1, 3; Fix/Keil 2022: 7). Neben der Schaffung der VJTF und der NRF nach Wales 2014 stellen die vier eFP-Bataillone durch den Warschau-Gipfel 2016 eine weitere Antwort des Bündnisses auf die russische Krim-Annexion dar. 2017 wurden die Bataillone ins Baltikum und nach Polen verlegt. Allerdings war bei der strategischen Konzeption der VJTF und der eFP-Bataillone offensichtlich, dass im Falle eines ernsthaften, konventionell vorgetragenen Angriffs der Russischen Föderation auf die Baltischen Staaten die eFP vor Ort und die zur Hilfe eilende VJTF lediglich als Stolperdraht fungieren könnten (Williams/Lunn 2024). Die vergleichsweise kleinen nationalen Armeen Estlands, Lettlands und Litauens wären mit den ca. 1.000 SoldatInnen der NATO in ihren Ländern einem konventionellen Angriff eines größeren Staates wie der Russischen Föderation unterlegen gewesen.
Zwei Jahre später trafen sich die VertreterInnen der NATO-Mitgliedsstaaten 2018 in Brüssel. Auf diesem NATO-Gipfel wurde die wachsende strategische Bedeutung der Arktis vom Verteidigungsbündnis erkannt und eine kohäsive militärisch-politische Strategie der NATO für diesen Teil der Welt sollte erarbeitet werden (Coffey/Kochis 2018: 1). Russlands Krim-Annexion, der Ausbau russischer konventioneller und nuklearer Streitkräfte in unmittelbarer Nähe zur Arktis und Versuche der hybriden Einflussnahme auf die baltischen Staaten und die Länder Osteuropas bestärkten die Refokussierung des Bündnisses auf die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der Partnerstaaten (Coffey/Kochis 2018: 1 f.; Pkhaladze 2018: 1). Trotz der aggressiven russischen Außenpolitik, der Besetzung von Teilen Georgiens 2008 und trotz der Annexion der Krim 2014 eröffnete die Abschlusserklärung des NATO-Gipfels in Brüssel erneut die Bereitschaft der NATO zum politischen Dialog und erklärte erneut, dass die NATO keine Eskalation mit der Russischen Föderation suche (Pkhaladze 2018: 1 f.). Um die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses glaubwürdig voranzutreiben und instand halten zu können, wurde erneut auf das Erfüllen der Zwei-Prozent-Marke bis 2024 verwiesen, auf die sich die Mitgliedstaaten auf dem Gipfel in Wales 2014 verständigten (Pkhaladze 2018: 3).
2019 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedsstaaten erneut in London. Kernthemen dieses Gipfels waren vor allem die politischen und diplomatischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei sowie die berühmte Diagnose des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die NATO sei „gehinrtot” (Lipka 2019: 1-3). Das militärische Eingreifen der Türkei in Syrien, der Abzug amerikanischer Truppen aus Syrien und die Ankündigungen der Türkei, russische Waffen zu kaufen, sofern die Amerikaner der Türkei den Erwerb von F-35 Kampfflugzeugen nicht gestatten würden, legt die politischen Uneinigkeiten innerhalb des Bündnisses offen (Lipka 2019: 3 f.; Ogunnoiki/Ekpo 2019: 66). Im Angesicht der Uneinigkeiten im Bündnis und der Unvorhersehbarkeit amerikanischer Außenpolitik unter Donald Trump gab Macron im Vorfeld des Gipfels sein bekanntes Statement über den Zustand der NATO ab (Lipka 2019: 3; Ogunnoiki/Ekpo 2019: 61; Szenes 2023: 540). Der damalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg widersprach Macrons Einschätzung mit der Begründung, dass die seit 2017 aufgestellten eFP-Bataillone und die erhöhte Einsatzbereitschaft der NRF einen Meilenstein in der Reaktionsfähigkeit des Bündnisses seit dem Ende des Kalten Krieges darstellen würden (Lipka 2019: 4).
Auf dem Gipfel in Brüssel 2021 wurde ebenfalls durch die verstärkte Verteidigungsbereitschaft an der NATO-Ostflanke (eFP) mit Zuversicht auf die zukünftigen Herausforderungen des Bündnisses geschaut (Coffey/Kochis 2021: 1, 3). Die Bemühungen des Bündnisses, eine funktionierende und abschreckende Verteidigung des Baltikums zu gewährleisten, seien wichtige Schritte, aber im Bereich der Luftverteidigung und Drohnenabwehr gebe es noch viel Handlungsbedarf (Coffey/Kochis 2021: 3). Zudem wurden die ökologischen Folgen des Klimawandels als Herausforderung für die Zukunft des Bündnisses näher erörtert, da Naturkatastrophen oder vermehrte Extremwetterereignisse die Sicherheits- und Versorgungslage einer Region dramatisch verschlechtern und so zu bewaffneten Konflikten um Ressourcen führen könnten (Thomasen 2025: 312 ff.). Noch vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine einigten sich die Bündnispartner in Brüssel darauf, ein neues strategisches Grundkonzept für die Zukunft der NATO im 21. Jahrhundert zu erarbeiten (Szenes 2023: 539).
Der Sondergipfel der NATO 2022 in Brüssel verurteilte den russischen Überfall auf die Ukraine und damit den Bruch des Völkerrechts (Jabber 2025: 10). Als unmittelbar notwendige Folgemaßnahmen einigte sich das Militärbündnis auf die militärische und ökonomische Unterstützung der Ukraine sowie die Bekundung der politischen Solidarität (Jabber 2025: 10).

Auf dem NATO-Gipfel in Madrid 2022 wurde das neue strategische Konzept, auf dessen Erarbeitung sich bereits 2021 in Brüssel verständigt wurde, vorgelegt und vom Bündnis beschlossen (Szenes 2023: 539 ff.). Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurde die Refokussierung auf den Kernauftrag zwingend notwendig: Bündnisverteidigung (Szenes 2023: 539 ff.; Fix/Keil 2022: 2). Die (süd-)osteuropäischen Staaten und das Baltikum, die Länder, die eine Grenze zur Russischen Föderation haben oder diesen Grenzen am nähesten sind, wurden als die zentralen Regionen identifiziert, die es durch das Bündnis zu beschützen gilt (Siposné Kecskeméthy/Sipos 2022: 163). In Madrid wurde zudem deutlich, dass auch die damals neutralen Staaten Finnland und Schweden ihre historische Neutralität im Angesicht der veränderten Sicherheitslage in Europa beenden wollten und ein ungewohnt schneller Aufnahmeprozess der beiden Länder begonnen wurde (Siposné Kecskeméthy/Sipos 2022: 162 f., 167 f.). Zudem wurde durch die Schlussakte des Gipfels in Madrid endgültig die Vorstellung verworfen, dass Russland als strategischer Partner gewonnen werden könnte und erkannt, dass Moskau keine politische Lösung, sondern militärische Eskalation und hybride Kriegführung als Mittel der Wahl gewählt hatte (Siposné Kecskeméthy/Sipos 2022: 169; Fix/Keil 2022: 2).

Der NATO-Gipfel in Vilnius 2023 legte den Fokus des Militärbündnisses explizit auf die glaubwürdige Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit der Bündnispartner, ihr eigenes und das Staatsgebiet ihrer Alliierten militärisch verteidigen zu können (Zandee 2023: 21; Jabber 2025: 11). Im Falle des Angriffs eines Drittstaates auf einen NATO-Partner können die zur Hilfe eilenden Verbündeten keine kleineren Truppenkontingente wie zur Zeit der Auslandseinsätze oder die frühen Bataillone der eFP entsenden, sie müssen schwere mechanisierte Großverbände in Bewegung setzen, sofern die Verteidigung der kleineren alliierten Staaten gelingen soll (Zandee 2023: 22). Die Russische Föderation wurde wegen der Teilbesetzung Georgiens 2008, der verdeckten Kriegsführung in der Ost-Ukraine seit 2014, der Krim-Annexion 2014 und endgültig nach der konventionellen Invasion der Ukraine 2022 als der zentrale Akteur benannt, der die größte und wahrscheinlichste Bedrohung für das Bündnis in der absehbaren Zukunft darstellen werde (Martyniuk 2023: 21; Williams/Lunn 2024).
Zudem wurde in Vilnius beschlossen, dass vier weitere NATO-Battlegroups in der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien aufgestellt werden sollten, während die Führungsnationen der eFP (das Vereinigte Königreich in Estland, Kanada in Lettland, die Bundesrepublik Deutschland in Litauen, die USA in Polen) erklärten, ihre Verbände so zu verstärken, dass eine kampfbereite Brigade (etwa 5.000 Soldat:innen) zusätzlich zu den nationalen Armeen der Staaten in allen baltischen Ländern bereit stünden (Zandee 2023: 23). Außerdem wurden konkrete, regional zugeschnittene Pläne zur Verteidigung des baltischen Bündnisgebietes erarbeitet (Williams/Lunn 2024). Bereits im Vorfeld des NATO-Gipfels in Vilnius war die Zusage des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius, die neu aufzustellende deutsche Panzerbrigade 45 permanent in Litauen zu stationieren, Ausdruck der Bündnisverpflichtung und der Refokussierung auf die konventionelle Bündnisverteidigung, um die Russische Föderation von einem Angriff auf das NATO-Bündnisgebiet abzuschrecken (Zandee 2023: 23; Martyniuk 2023: 26 f.). Die signifikant größere, militärisch glaubwürdige NATO-Präsenz an der Ostflanke des Bündnisses wird aller Voraussicht nach mehr als zwei Prozent des jeweiligen nationalen BIPs benötigen (Williams/Lunn 2024).
Denn auch fast 10 Jahre nach dem Gipfel von Wales wurde die Zwei-Prozent-Marke von einem Drittel der europäischen NATO-Mitgliedstaaten noch nicht erfüllt (Zandee 2023: 20). Kleine europäische Mitgliedsstaaten erklärten zudem, dass sie diesen Prozentwert auch in der nahen Zukunft nicht für Verteidigung investieren würden (Zandee 2023: 20). Vor allem die baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen und das zu diesem Zeitpunkt prozentual am stärksten investierende Polen (Polen gab 2023 3,9% des BIP für Verteidigung aus) kamen der Minimalverpflichtung nach, als der NATO-Gipfel 2023 im litauischen Vilnius ausgetragen wurde (Zandee 2023: 20). Das Versprechen der Mitgliedstaaten, ihre finanziellen Versprechen mit mehr Nachdruck einzuhalten, wurde in Vilnius erneut gegeben (Jabber 2025: 11).
Auf dem NATO-Gipfel in Washington 2024, der zugleich der 75. Jahrestag des Bestehens des transatlantischen Militärbündnisses war, wurden die Ergebnisse der Gipfeltreffen von Madrid von 2022 und besonders vom Gipfel in Vilnius von 2023 gelobt (Gjoreski/Nacev 2025: 65 f.). Das Militärbündnis, das seit dem Gipfeltreffen in Wales 2014 vier weitere Nationen in das Bündnis aufgenommen hatte (Montenegro 2017, Nordmazedonien 2020, Finnland 2023 und Schweden 2024), hielt an der Angemessenheit und Begründung ihres historischen Commitments an der NATO-Ostflanke fest, das mit der aggressiven russischen Außenpolitik gegen Georgien, die Ukraine und der russischen hybriden Kriegsführung in NATO-Mitgliedstaaten begründet wurde (Wojciechowski 2024: 8 f.). Die Bündnispartner beschlossen auf dem Gipfel in Washington unter anderem die Gründung eines eigenen, fortlaufenden und koordinierten Trainingsprogramms für die ukrainischen Streitkräfte und moderne, überlappende Luftverteidigungssysteme aufstellen zu wollen – Luft- und Drohnenabwehr erleben durch die militärische Realität des Angriffskrieges gegen die Ukraine vermehrte Aufmerksamkeit in den Armeen des Bündnisses (Wojciechowski 2024: 11). Die Ergebnisse des Gipfels in Washington setzen den Trend zur glaubwürdigen Landes- und Bündnisverteidigung der NATO fort, während NATO-eigene Fähigkeitsprofile zum Schutz des Bündnisgebietes und ihrer zivilen Ballungsräume ergänzt werden (Wojciechowski 2024: 13).
In Den Haag wurde 2025 weiterhin die Bestrebung des Bündnisses bekräftigt, glaubwürdige, gut ausgerüstete und gut ausgebildete Streitkräfte für den Schutz jedes einzelnen Quadratmeters des NATO-Bündnisgebietes, aber vor allem für die osteuropäischen und baltischen Mitgliedsstaaten, aufzubauen und langfristig erhalten zu wollen (Pkhaladze 2025: 3). Dabei wurde die Zwei-Prozent-Marke für die nationalen Verteidigungsausgaben von Wales 2014 von einer neuen Fünf-Prozent-Marke abgelöst (Pkhaladze 2025: 3; Jabber 2025: 11). Zukünftig verpflichten sich die NATO-Mitgliedsstaaten, ihre Versprechungen an die kollektive Verteidigungsfähigkeit mit Wehrausgaben in Höhe von fünf Prozent des nationalen BIPs zu konkretisieren, wobei 3,5 Prozent für traditionelle Beschaffungsvorhaben und 1,5 Prozent für verteidigungsbezogene Ausgaben vorgesehen sind (Pkhaladze 2025: 3; Vișan 2025: 3 f.). Die Frage nach den prozentualen Verteidigungsausgaben der (west-)europäischen Mitgliedsstaaten war vor allem für den US-Präsidenten Donald Trump ein zentraler Kritikpunkt des angeblich einseitigen Commitments der USA am Versprechen der kollektiven Verteidigung. Mit diesem Versprechen der überwiegenden Mehrheit der europäischen NATO-Staaten (Spanien und die Slowakei stimmten der Fünf-Prozent-Marke nicht zu), die Zielmarke von Wales aus dem Jahr 2014 mehr als zu verdoppeln, konnte vorerst das amerikanische Engagement für das Verteidigungsbündnis garantiert werden, obwohl Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit europäische Verbündete mehrfach brüskiert hatte (Vișan 2025: 4, 6, 8).
Die NATO sieht diesen Schritt für notwendig an, da die russische Wirtschaft, die sich zu diesem Zeitpunkt im vierten Kriegsjahr gegen die Ukraine befindet, zunehmend in der Umstellung auf eine Kriegswirtschaft befindet und damit die Grundlage für eine langfristige, intensive, hohe Verluste kompensierende Außenpolitik der Konfrontation für die Russische Föderation bereitstellt (Pkhaladze 2025: 3). Die Verteidigungsindustrien der NATO-Mitgliedsstaaten sollten demnach ebenfalls verstärkt die materielle Grundlage schaffen, die Bündnisverpflichtungen zu garantieren, falls ein langanhaltender militärischer Konflikt zu schweren materiellen Verlusten führen sollte (Jabbe 2025: 11).
Die NATO hat in ihrer Geschichte, vor allem seit Beginn des 21. Jahrhunderts auf die sich verändernden Bedrohungslagen reagiert (Szenes 2023: 540). Der russische Überfall auf die Ukraine hat die NATO-Mitgliedsstaaten überrascht, aber auch enger zusammenrücken und geschlossener agieren lassen (Siposné Kecskeméthy/Sipos 2023: 164). Die Zeit der Auslandseinsätze mit dem Ziel der Demokratisierung und des state buildings im Nahen Osten und in Teilen Afrikas wurden zugunsten der Landes- und Bündnisverteidigung der europäischen NATO-Mitgliedsstaaten größtenteils beendet. Die Refokussierung auf die Bündnisverteidigung wird anhand der Vergrößerung der NRF und dem Truppenaufwuchs im Baltikum, Polen und an der Südostflanke der NATO-Staaten deutlich (Fix/Keil 2022: 2).
Die NATO hat 2014 durch den Gipfel in Wales zwar finanzpolitisch reagiert, aber nicht militärisch. Es dauerte weitere drei Jahre, bis die ersten Bataillone der NATO 2017 im Baltikum einen gewissen militärischen, aber vor allem politischen und strategischen Beitrag darstellen konnten. Die etwa 4.000 Soldat:innen der eFP-Bataillone im Baltikum und Polen wurden sehr häufig als Stolperdraht der NATO bezeichnet. Einem groß angelegten, von langer Hand geplanten Überfall der Russischen Föderation hätten diese Truppen zwar militärisch hochwertige Kräfte entgegenbringen und potentielle Angreifer in Verzögerungsgefechten abnutzen können, allerdings hätten diese Einheiten auch im Verbund mit den nationalen Streitkräften der vier NATO-Länder keine realistische Chance besessen, die Angreifer militärisch zu schlagen oder gar zurückdrängen zu können. Obwohl das Engagement und der Einsatz dieser Streitkräfte unverzichtbar für die kollektive Verteidigung waren, sollte ihre Stationierung vor allem als Signal gelten: die NATO beginnt im Baltikum und wird auch dort verteidigt.
Selbst nach dem Gipfel in Vilnius 2023, der die Aufstockung der NATO-Truppen auf die Größe einer Brigade in den vier Ländern mit sich ziehen soll, ist es angebracht, diese noch nicht einmal vollständig vor Ort befindlichen Kräfte in Verhältnis mit denen der Russischen Föderation zu setzen. Dieser Vergleich soll die potentielle Bedrohung, die von der Russischen Föderation ausgeht, veranschaulichen. Die jährlich abgehaltenen Manöver der russischen Streitkräfte sind den angekündigten Brigaden und den zuvor rotierenden eFP-Bataillonen der NATO personell um ein Vielfaches überlegen (Johnson 2019: 6, Tab. 1). 2014 übten etwa 155.000 russische Soldaten die Verlegung und den Kampf ihrer Waffensysteme und 2016 waren es etwa 120.000 Soldaten (Johnson 2019: 6, Tab. 1). 2021 nahmen etwa 200.000 russische Soldaten am jährlichen Großmanöver teil und 2025 konnten neben dem immensen personellen und materiellen Bedarf in der Ukraine noch etwa 30.000 russische Soldaten verlegt und beübt werden (Deutschlandfunk 2025).

Während Russland bis April 2025 schätzungsweise 1.300.000 Tote und Verwundete in der Ukraine zu verzeichnen hatte, jeden Tag werden mindestens 1.000 weitere Tote und Verwundete verzeichnet, wirken 5.000 zusätzliche Soldat:innen der NATO in den baltischen Staaten, Polen und im Südosten des Bündnisses vergleichsweise mikroskopisch und dabei sind diese Brigaden Stand April 2025 noch nicht einmal vollständig aufgestellt oder vor Ort (Ukrinform 2025).
Eine vergleichsweise überblicksartige Rückschau auf die NATO-Gipfel seit der russischen Krim-Annexion 2014 zeigt, dass die NATO auf die konfrontative russische Außenpolitik zunächst kleinere finanzielle Antworten geben konnte, die allerdings auch noch derzeit nicht vollständig erfüllt sind. Streitigkeiten zwischen einzelnen Administrationen, der durch die Amtszeiten von Donald Trump als US-Präsident herausgeforderte Zusammenhalts des Bündnisses und Fragen nach der Reaktionsfreudigkeit des Bündnisses ließen phasenweise Zweifel am inneren Überleben des Bündnisses aufkommen. Und selbst die bisher (richtigerweise) ergriffenen militärischen Antworten der NATO auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine scheinen numerisch unbedeutend, wenn man sich die Größe, erlittenen menschlichen Verluste und die bisherige Durchhaltefähigkeit der russischen Streitkräfte in der Ukraine anschaut.
Die NATO befindet sich auf einem richtigen, aber noch sehr langen Weg.
Literaturangaben
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