Unser Talk zum Thema „Krisenfeste Demokratie“ bei der Meile der Demokratie am 26. September in Hildesheim

Auf der Demokratiemeile Hildesheim diskutierten Expert:innen am 26. September praxisnah über zivile Krisenvorsorge und gesellschaftliche Resilienz angesichts von Bedrohungen wie Stromausfällen, Naturkatastrophen oder Cyberangriffen.

Von

Till Köhler

„Strom fällt aus, Wasser ist weg, Telefon funktioniert nicht – was machst du?“

Wenn der Strom ausfällt, ist es zu spät, um sich vorzubereiten.

Genau darüber haben wir am 26. September auf der Demokratiemeile Hildesheim gesprochen. Ob Hochwasser, Cyberangriff oder hybride Bedrohung, die Frage ist längst nicht mehr ob, sondern wann uns eine Krise trifft und was wir tun können, um als einzelne Bürger:innen und als Gesellschaft vorbereitet zu sein.

Mit Dr. Oleksandra Keudel von der Kyiv School of Economics in der Ukraine, Patrick Moritz vom Landkreis Göttingen und dem IT-Sicherheitsexperten Gerald Steilen haben wir unter Moderation von Viola von Cramon ganz praktisch diskutiert, wie unsere Gesellschaft resilienter wird. Von Notfallkits bis Cybersicherheit im Alltag, es war ein Nachmittag voller konkreter Tipps und ehrlicher Einblicke.

Von der Ukraine lernen? Oleksandra Keudel berichtet, wie auch die Ukraine weniger über die allgemeine staatliche Vorsorge als vielmehr über die Kreativität und das Improvisationsvermögen ihrer Bürger.innen den Zivilschutz vorangetrieben hat. Dort werden die Notfallpunkte, die vor allem im Winter bei Kälte und Stromausfall genutzt werden, „Orte der Unbeugsamkeit“ genannt. Hier erhalten die Menschen Licht, Strom, Wärme, heiße Getränke, Suppen und mentale Unterstützung.

Patrick Moritz berichtet über seine Erfahrungen aus dem Besuch der einzelnen Städte und Gemeinden im Landkreis Göttingen, die aktuell von ihm und seinem Team aufgesucht werden, um den Menschen vor Ort zu erklären, warum Vorsorge bedeutend ist, was der Landkreis und die staatlichen Stellen organisieren und wofür wir Bürger:innen eigenverantwortlich sorgen sollten.

Gerald Steilen, als Abteilungsleiter eines großen Rechenzentrums, berichtet von den immer massiveren Angriffen auf die IT-Strukturen von Landesbehörden und wissenschaftlichen Einrichtungen. Diese würden komplexer. Wichtig sei es, dass alle Nutzer:innen regelmäßig ihre Updates vornehmen, sichere Passwörter verwenden und ihre eigene persönliche Sicherheit nicht vernachlässigen, um potentiellen Angreifern nicht notwendigerweise schon die „digitale Tür zu öffnen“. Durch die Umstellung auf digitale Systeme nehme natürlich die Verletzlichkeit einer Gesellschaft hier ständig zu.